Geschichte

Nach einem Entwurf der Architekten Ritter und Haenle der Firma Holzmann &Cie wurde mit dem Bau der „Heil- und Pflegeanstalt“ in Weilmünster 1897 begonnen. Die strenge Symmetrie der Gebäudeanordnung sowie die parkähnliche Landschaftsarchitektur erinnert an eine barocke Schlossanlage. Die Einrichtung des preußischen Regierungsbezirks Wiesbaden nahm am 25. Oktober 1897 die ersten Patienten auf.

Mit dem Beginn der Weimarer Republik wurde die Klinik in ein Sanatorium der Tuberkulosefürsorge für Kinder umgewandelt. Die gesunde Luft des Hintertaunus wurde als gesundheitsförderlich angesehen.

1940 wurde das Klinikum Weilmünster im Rahmen der Aktion T4 zur „Zwischenanstalt“ erklärt. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Verbrechen sowie die gezielte Tötung an einem Großteil der Patienten unter dem Begriff „Euthanasie“ begangen.

Zum Ende des 2, Weltkriegs wurde die Klinik zu einem Heereslazarett umgewandelt und behielt diese Nutzung bis Anfang 1947.

Nach der Auflösung des Lazarettes wurde der Klinikkomplex ab 1946 unter dem Namen „Nassauisches Kindersanatorium“ wieder als Kinderheim genutzt. Neben der Tuberkulosebehandlung war auch die Betreuung von Kriegswaisen Teil der Aufgabe.

1953 übernahm der neu gegründete Landeswohlfahrtsverbandes Hessen die Trägerschaft der Einrichtung und betrieb die Sanierung der Bauten.

Heute wird das Klinikum vom Vitos Konzern betrieben. Es befinden sich drei hoch qualifizierte Fachkliniken auf dem Gelände, mit den Schwerpunkten Neurologie sowie der Behandlung von Stimm-, Schluck-, Sprach- und Atemstörungen.

Mit dem Umbau zur Freizeitanlage dient das Gutshofareal nun der Begegnung unterschiedlichster Menschen. Die neue Nutzung steht für einen Ort gegen Ausgrenzung - für Toleranz und Lebensfreude.